In Berlin gibt es bisher keinen umfassenden Ratgeber, der sich speziell aus migrantischer Perspektive direkt an die Zielgruppe richtet und der zudem in verschiedenen Sprachen geschrieben ist.
Viele können zwar auf hilfreiche Ratschläge und Unterstützung aus bestehenden Netzwerken zurückgreifen, diese Informationen sind aber nicht immer aktuell, v.a. bei rechtlichen Hinweisen ist es wichtig, dass eine fachkundliche Beratung aufgesucht wird.
Es existiert bislang noch keine Initiative wie das Projekt ‚Berlin-Pilot – Stadtführer für Flüchtlinge und MigrantInnen’. Zwar gibt es eine Vielzahl von Broschüren, Aushängen, Faltzetteln etc., die Informationen zu einzelnen Themenkomplexen, die Flüchtlinge und MigrantInnen betreffen, aufbereiten; die weitaus meisten dieser Infoblätter sind jedoch in deutscher Sprache verfasst. Es handelt sich häufig um reine Adressenverzeichnisse, die z.B. vom Berliner Flüchtlingsrat herausgegeben werden (www.fluechtlingsrat-berlin.de). In dieser Form sind sie zumeist für Flüchtlinge und MigrantInnen nicht hilfreich, da eine Einbettung in einen Kontext fehlt. Erforderlich wäre hier eine Strukturierung, Beschreibung und Auswahl des Angebots.
Nach dem „Pilotprojekt“ in Hamburg haben sich mittlerweile auch in anderen Städten (z.B. Halle a.d. Saale) und im Ruhrgebiet Initiativen für ähnliche Stadtführer-Projekte gebildet. Auch die Bundesregierung hat den Informationsbedarf der neu eingetroffenen Flüchtlinge und MigrantInnen erkannt: Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration auf Bundesebene herausgegebene "Handbuch für Ausländer" (www.handbuch-deutschland.de), das erstmalig 2003 in englisch, französisch, spanisch, russisch und türkisch erschienen ist, gibt einen ersten Überblick über die rechtliche Situation und das Leben und Arbeiten in Deutschland. Dieses Handbuch ist derzeit auf den meisten Sprachen bereits vergriffen, was auf einen hohen Bedarf an Informationen hinweist.